Sozialökonomische und infrastrukturelle Gegebenheiten

In Bad Münster am Stein-Ebernburg lebten zum Zeitpunkt der Erstellung der Sozialraumanalyse im November 2015 4229 Menschen in 2906 Haushalten. Der Anteil der älteren (60+) Bürgerinnen und Bürgern ist überdurchschnittlich hoch und liegt bei ca. 37%. Verglichen mit dem Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung ist ein besonders hoher Anteil älterer Menschen in Bad Münster am Stein. Die Altersstruktur spiegelt sich auch in der Anzahl und der Struktur der Haushalte. Im Stadtteil überwiegen die Haushalte ohne Kinder (2583) im Gegensatz zu denen mit Kindern (323). Die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit haben sich aufgrund des Wegfalls des Jugendraumes reduziert. Der Ausländeranteil liegt bei 9,3%, wobei der größere Anteil davon in Bad Münster am Stein lebt. Seit 2015 leben hier ca. 65 Flüchtlinge.

Das ambulante und stationäre Pflegeangebot stellt sich zurzeit als ausreichend dar. Allerdings ist aufgrund der Altersprognose damit zu rechnen, dass dies auf Dauer unzureichend ist. Es gibt keine alternativen Wohnformen für ältere Menschen (auch kein Betreutes Wohnen).

Die nahversorgende Infrastruktur ist zurzeit noch ausreichend, nimmt aber grundsätzlich ab. Die meisten der Geschäfte, Arztpraxen und anderer Versorger befinden sich in Bad Münster am Stein, so dass hier durchaus Barrieren für die Ebernburger Bürgerinnen und Bürger bestehen.

Die Kirchengemeinden und Vereine bieten ein kulturelles und soziales Programm an, auch für Senioren. Die Information und Vernetzung der Angebote reicht noch nicht aus. Hier soll die Stadtteilkoordination anknüpfen.

Gewünscht werden

-          Generationsübergreifende und interkulturelle soziale und Begegnungsangebote

-          Aufbau einer Unterstützungs- und Ehrenamtskultur

-          Ausbau von Informationsquellen und deren Vernetzung

-          Eine ausreichende und barrierearme Versorgungsstruktur

-          Ansprechperson, Kümmerer, Koordination (Quartiersmanagement).

 

An diesen Bedürfnissen orientiert sollen mit der Stadtteilkoordination folgende Aufgaben umgesetzt werden:

1.       Die Begegnungsstätte Vielfalt soll als sozialer inklusiver Treffpunkt im Quartier durch Informationsabende, Vortragsreihen, Filmvorführungen, Reiseberichte, Spiele- und Generationentreffs, Sprachkurse, Betreuungsangebot für Pflegebedürftige, Singkreise uvm. belebt werden.

2.       Beratungsangebote in Form eines Bürgerbüros sollen angeboten werden. Die Stadtteilkoordination soll selbst eine Sprechstunde anbieten und Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit sowie eine Ehrenamtsbörse betreiben.

3.       Die Sicherung der grundlegenden Nahversorgung, die Förderung von Barrierefreiheit und Mobilität sowie die Schaffung alternativer Wohnangebote wird durch die Stadtteilkoordination unterstützt und vorangetrieben.

Der gemeinsam vernetzte Aufbau der Koordinierungsstelle setzt dabei auf eine rege und weiterführende Bürgerbeteiligung.

Eine Zusammenfassung der Sozialraumanalyse vom November 2015 finden Sie hier.